Mängelfrei!

Kurz vor Weihnachten haben wir einen wichtigen Meilenstein zum Abschluss der Hausbauzeit geschafft: Während wir im Urlaub waren, wurde fast auf den Tag genau 6 Monate nach der Hausübergabe unser letzter Mangel vom Übergabeprotokoll behoben.

Alles abgehakt.

Keine Ahnung, wie die Gartenbaufirma es trotz Zaun und abgeschlossener Gartenpforte geschafft hat, aber in unserer Abwesenheit wurde der Gullydeckel gegen eine begrünbare Variante ausgetauscht. Der Kunstrasen, den die Gartenbaufirma darauf „gepflanzt“ hat, steht im starken Kontrast zu unserem noch ziemlich sandigen Rasen. 🙂 Im Frühjahr werden wir irgendetwas pflanzen, das hoffentlich einigermaßen gut mit der geringen Erdtiefe von ca. 5 cm klar kommt. Aber zur Not sieht auch vertrockneter Thymian schöner aus als ein Betondeckel.

Ebenfalls im Dezember wurde die Farbe der verschmutzten Fugen im OG-Bad an den Urzustand zumindest wieder angenähert. Die Bauarbeiter hatten die anthrazitfarbenen Fugen durch Rigipsstaub hell eingefärbt, nach einer Behandlung mit dem entsprechenden FugenFrisch sind sie nun einheitlicher und dunkler.

Das einzige, das nun aus unseren Dekra-Audits noch offen ist, ist die Abdichtung zwischen den Garagen und der Giebelwand unseres Hauses. Dies hatte der Bauleiter bislang nicht als Mangel anerkannt, da er dies nicht für notwendig hielt. Nachdem mir kürzlich aber zufällig aufgefallen ist, dass die Garagen im ersten Bauabschnitt durchaus so eine Abdichtung haben, hat er nun zugesagt, dass die Abdichtung im Frühjahr montiert wird.

Unser Fazit zur Mängelbehebung: Grundsätzlich hat sich Werner Wohnbau sehr offen dafür gezeigt die Mängel zu beheben und Lösungen zu finden. Damit das allerdings tatsächlich passiert, muss man unserer Wahrnehmung nach selbst immer hinterher sein und ab und zu daran erinnern, welche Mängel noch offen sind. Das liegt vermutlich weniger an fehlendem Willen, sondern am optimierungswürdigen Projektmanagement. 😉

Die Schlussrechnung hat Werner Wohnbau auch kürzlich geschickt, obwohl die Außenanlagen und die Technikzentrale noch nicht abgenommen wurden. Auf Nachfrage wurde für den letzten Tag innerhalb der Zahlungsfrist direkt nach Weihnachten noch schnell ein Abnahmetermin einberufen. Dieser findet nun morgen statt, wir sind gespannt. Auch die Rechnung für die Beteiligungen an den Anschlusskosten für Strom, Gas und Wasser wurden nun verschickt.

Was wir gelernt haben – Innen

Jetzt sind wir schon mehr als ein Vierteljahr im Haus. Wir sind grundsätzlich sehr zufrieden mit allem, aber natürlich fallen einem im allmählich beginnenden Alltag immer wieder mal Dinge auf, die man jetzt anders machen würde. Für zukünftige Hausbauende folgt deshalb hier eine Übersicht über alles, was wir aus unserer Bauzeit gelernt haben:

  • Handwerker haben oft Recht: Zumindest wir haben bei einem Großteil der Beratungen durch Gewerke und Werner Wohnbau gute Erfahrungen gemacht und gute Tipps bekommen.
  • Aber nicht immer: Mit der Zeit haben wir aber gemerkt, dass Handwerker nicht immer Recht haben – insbesondere wenn es um Mängel geht. Deshalb sollte man Aussagen und Ausführungen bei den leistesten Zweifeln immer hinterfragen. Misstrauen ist zwar nicht schön, aber wenn es um so viel Geld geht, sinnvoll. Lieber schaut man noch einmal in die Bilder vom Rohbau, ob Aussagen zur Installationsreihenfolge (und damit zum Verursacher eines Mangels) wirklich hinkommen. Oder prüft die Pläne, ob der Durchgang zur Toilette wirklich so eng geplant war oder ob nicht das Waschbecken falsch montiert wurde.
  • Sich für alles Pläne geben lassen: Mit dem vorherigen Punkt hängt auch zusammen, dass man sich für alles aktualisierte Pläne geben lassen sollte. Wir hatten uns von Werner Wohnbau für die Elektroplanung neue Badpläne erstellen lassen, nachdem wir unsere Sanitärgegenstände bemustert hatten. Nur deshalb hatten wir einen Nachweis, dass das Waschbecken falsch positioniert war, normalerweise sind die Sanitärgegenstände nicht bemaßt eingezeichnet.
  • Alles immer fotografieren, aus allen Blickwinkeln: Für Diskussionen zu Mängeln und deren Verursachern ist es extrem hilfreich, wenn man alles fotografiert hat. Das ist natürlich schwierig, so lange man noch keinen Bauschlüssel hat, aber wir haben dafür immer die DEKRA-Audits genutzt. So hatten wir zum Beispiel Bilder, auf denen klar sichtbar war, dass unser Waschbecken im DG falsch positioniert wurde, bevor der Elektriker die dazugehörigen Löcher für die Steckdosen gebohrt hat. So übernimmt Werner Wohnbau auch die Neupositionierung der Steckdosen, sonst hätten wir das zahlen müssen. (Oder mit Steckdosen leben müssen, die hinter dem Wasserhahn sitzen.)
  • Immer Anteil von Rechnung zurückhalten, wenn möglich: Bei Diskussionen zur Beseitigung von Mängeln ist es hilfreich, wenn man etwas Geld von der Rechnung zurückhält, bis eine Leistung wirklich ordnungsgemäß ausgeführt wurde. Das war nach Ankündigung immer problemlos möglich, auch wenn das Zahlungsziel dadurch deutlich überschritten wurde.
  • Die Wünsche im Blick behalten: Wir wollten unbedingt Waschbecken mit einem dünnen Rand, damit dieser gar nicht erst einstauben kann. Bei unserem Doppelwaschtisch in unserem Hauptbad hat dies auch wunderbar geklappt (linkes Bild). Warum wir uns beim gleichen Termin für das Bad im Dachgeschoss für einen Waschtisch mit extra-breitem Rand entschieden haben (rechtes Bild)? Kein Ahnung. Wir haben vor lauter Entscheidungen wohl einfach unsere Vorstellungen aus dem Blick verloren. Keine Ahnung, wie man das vermeiden kann…
  • Duschwände: Wir haben normale Duschwannen und Duschwände aus Glas. Bei der Auswahl der Duschwände standen wir ziemlich planlos im Geschäft und mussten uns entscheiden ohne die Unterschiede zu kennen bzw. erklärt zu bekommen. Für alle, die ähnlich hilflos vor der Entscheidung stehen, hier eine ganz hilfreiche Erklärung der unterschiedlichen Dichtigkeit von Duschtüren: https://www.provex.eu/de/spritzwasserdichtigkeit.html. Wir haben zum Glück, ohne es bewusst zu planen, Modelle mit horizontalem Rahmen erwischt, die relativ dicht sind.
  • Wasserhähne: Der Punkt ist eventuell etwas speziell, aber ich habe offensichtlich eine Vorliebe für im Verhältnis zum Waschbecken gut proportionierte Wasserhähne. Wusste ich vor der Bauzeit auch nicht, aber es nervt mich, wenn der Wasserstrahl zu dicht am hinteren (wie im DG-Bad) oder zu dicht am vorderen Waschbeckenrand (ein bisschen im Gäste-WC) ist. Dann spritzt es nämlich unnötig. Im Bad im OG und in der Küche ist es zum Glück perfekt. 🙂 Den hansgrohe-ComfortZone Test, der genau passende Kombinationen testet, habe ich leider erst nach unserer Bauzeit gefunden, als es zu spät war: https://www.hansgrohe.de/bad/ratgeber/produktberatung/kombination-armatur-waschbecken. Im Bad im DG tauschen wir die Armatur im Nachgang nun noch.
  • Lichtauslässe für Spiegelschränke: In unserem Bad im OG haben wir einen Lichtauslass für einen Spiegelschrank inkl. dazugehörigem Lichtschalter. Der Lichtauslass ist Standardausstattung, den Schalter haben wir zusätzlich beauftragt. In unserem Bad im DG haben wir (aus welchem Grund auch immer) keinen zusätzlichen Schalter zum Standard-Lichtauslass geplant. Die Konsequenz ist nun, dass wir für das Bad im DG nur beleuchtete Spiegel kaufen können, die einen eigenen Schalter eingebaut haben. Die Auswahl ist dadurch deutlich beschränkt. Beim nächsten Mal würden wir auf jeden Fall auch hier einen Schalter für den Lichtauslass einplanen, damit man nicht unnötig eingeschränkt bei der Möbelauswahl ist. Zudem ist es bei unserer Elektroplanung so, dass die Steckdosen im Spiegelschrank nur an sind, wenn das Licht vom Spiegelschrank angeschaltet ist. Ziemlich unpraktisch, weil man in der Regel an den Steckdosen ja etwas laden will. Das lässt sich leider aber nur mit größeren Bauarbeiten ändern, weil dafür neue Kabel gezogen werden müssten.
  • Dunkle Fugen: Auch wenn es eigentlich der Job des Bauleiters ist, beim nächsten Mal würden wir mehr Wert darauf legen, dass auf der Baustelle sauberer gearbeitet und abgedeckt wird. Wir haben (bzw. hatten) dunkle Fugen im Bad im OG. Diese wurden auch richtig ausgeführt (s.u.), aber danach wurde ziemlich viel in die Wände gebohrt. Laut Fliesenleger verbinden sich Staub und Fugenfüllung zu einer untrennbaren Mischung. So haben wir jetzt hellgraue Fugen und warten noch darauf, dass Werner Wohnbau eine Lösung dafür finden.
  • Verkofferung im Gäste-WC: Im Standard ist im Gäste-WC nur hinter der Toilette für die Anschlüsse verkoffert. Da alle Anschlüsse hinter dieser Verkofferung sind, gehen die Anschlüsse beim Waschbecken nicht, wie normal, nach hinten weg, sondern nach rechts zur Seite. Das sieht blöd aus und man kann keinen normalen Waschbeckenunterschrank montieren. Die unten verlinkte Lösung fand ich ziemlich gut, habe sie aber zu spät gesehen. Wenn man einfach durchgehend auch hinter dem Waschbecken verkoffert, sind alle Problemchen gelöst.
  • Fußleisten: Wir haben uns für weiße Fußleisten entschieden, weil wir das hübscher fanden. In der Praxis wären Fußleisten in dem Holzton des Fußbodens eventuell doch etwas praktischer gewesen. Zum einen liegen die Fußleisten nicht perfekt an der Wand an und sind nicht 100%ig perfekt zugeschnitten. Die daraus resultierenden Schatten fallen bei weißen Fußleisten vermutlich deutlich stärker auf als bei farbigen. Das war aber eher vor dem Umzug störend – wenn man erstmal Gegenstände in den Räumen hat, fällt es gar nicht mehr so sehr auf. Nach dem Umzug stört es eher, dass man den Staub auf den weißen Leisten gleich sieht. 😉
  • Treppengeländer: Über das Treppengeländer haben wir uns nicht viele Gedanken gemacht. Im Nachhinein hätte ich es nicht schlecht gefunden, wenn wir statt des Treppengeländers auch vom OG ins DG eine geschlossene Wand gemacht hätten, wie unten zu sehen. Das ist zum einen hübscher als das nicht sehr ansehnliche Treppengeländer aus Metall, zum anderen deutlich putzfreundlicher. Vom EG ins OG ist die Wand sowieso geschlossen, weil wir dort den Abstellraum unter der Treppe haben.
  • Steckdosen: Man bekommt es ja in der Regel vor dem Bau gesagt: Plant mehr Steckdosen ein als ihr für notwendig haltet. Haben wir auch gemacht, aber trotzdem fehlen an einigen Stellen dann doch noch Dosen… Meist ist es kein Beinbruch, aber an einigen Stellen nervt es schon ein bisschen. Eigentlich muss man wahrscheinlich in jede (wirklich jede) Ecke zwei Steckdosen planen, so würden wir es auf jeden Fall beim nächsten Hausbau (also hoffentlich nie) machen.
  • Lichtschalter: Das gleiche gilt für Lichtschalter. In der Standardausstattung sind die Lichtschalter nur sehr sparsam platziert und wir haben leider nur im EG Lichtschalter ergänzt. Immerhin, denn in Standard ist nur ein einziger Lichtschalter für die Wohnzimmerbeleuchtung vorgesehen (und zwar am Treppenaufgang🤷🏽‍♀️), so dass man, wenn man von der Terrasse ins Haus kommt, im Dunkeln durch das komplette Wohnzimmer laufen müsste, bis man Licht anschalten kann. Trotzdem würde ich mir noch einen zusätzlichen Lichtschalter fürs Wohnzimmer direkt an der Couch wünschen. Auch wäre es schön, wenn man in der Küche das Küchenlicht anschalten könnte und nicht nur neben der Tür zum Flur. Das ist nicht weit, stört aber bei den Arbeitsabläufen. In den Fluren haben wir leider gar keine Schalter ergänzt, genauso wenig wie an den Treppenauf- bzw. abgängen. Im Nachhinein würde ich an jeden Treppeneinstieg Schalter für das Flurlicht des aktuellen Stockwerks und für das Flurlicht des nächsten Stockwerks platzieren. Und zwar wirklich direkt an der Treppe und nicht an einer Wand in der Nähe, wie es im Standard manchmal ist. Zudem würde ich Schalter für das Flurlicht an jeder Tür auf dem Stockwerk planen. Es sieht auf den Plänen immer nicht weit aus, aber es stört (mich) ziemlich, wenn man bis zum nächsten Schalter durch den halben dunklen Flus muss. Im Flur im DG ist beispielsweise nur ein einziger Schalter fürs Flurlicht direkt an der Treppe. Das bedeutet, dass man, wenn man aus dem linken Zimmer kommt, erst dann das Licht anschalten kann, wenn man den Flur wieder verlässt. Das Flurlicht im OG kann man vom DG aus im Standard gar nicht anschalten. Die Lösung für mich ist, dass wir Lampen mit Bewegungsmelder installieren, aber die ziehen natürlich blöderweise auch im Standby Strom.
  • Elektrische Rollläden an Terrassentür: Eine wirkliche Fehlentscheidung von uns war es, auf elektrische Rollläden an der Terrasse zu verzichten. Wir waren bislang Gurtwickler gewöhnt und konnten in elektrischen Rollläden keinen Mehrwert demgegenüber sehen. Allerdings sind die Rollläden an der Terrassentür nicht mit einem Gurtwickler, sondern mit einer Kurbel. Und das ist ein himmelweiter Unterschied hinsichtlich der Handhabung. Es nervt, aber es gibt offensichtlich keine Alternative, wenn man dort keinen Strom in der Nähe hat, so dass wir wohl bei der Kurbel bleiben müssen.
  • Elektroanschluss für Markise: Ein weiterer Nachteil daran, wenn man keine elektrischen Rollläden an der Terrasse hat, ist, dass man von dort nicht einfach einen Stromanschluss für eine Markise nach außen nachrüsten lassen kann. Aber was wir für den Außenbereich gelernt haben, wird noch ein anderer Beitrag.
  • Stromzähler: Bei uns ist der Stromzähler und die Hauptsicherung in einem Kasten im Flur. Das kostet zum einen 10 cm Flur, was bei einem sowieso schon kleinen Flur weh tut. Zum anderen muss man ja auch noch (selten) die Tür zu dem Kasten öffnen können, was die Flurnutzung noch mehr einschränkt. Ich weiß nicht, ob es ginge, aber es wäre schlauer gewesen, wenn man zumindest die Öffnung des Kastens in Richtung des Gäste-WCs gemacht hätte. Dann könnte man die Garderobe bis an die Wand ranstellen.
  • Größerer Medienverteiler: Wir haben bei uns im Haus 14 Netzwerkdosen, die alle im Medienverteiler im EG mit Patch und Switch verbunden werden müssen. Eigentlich sollte es heutzutage nicht ungewöhnlich sein, dass jeder Raum im Haus 1-2 Netzwerkdosen hat. Im Medienverteiler kann man diese Anzahl jedoch kaum unterbringen, erst der dritte Switch, den wir dann mit abgespecktem Funktionsumfang bestellt haben, passte überhaupt in den Verteiler.
  • Weniger Ecken und Kanten: Generell würde ich beim nächsten Mal noch mehr darauf achten, dass es im Haus weniger unnötigen Ecken gibt, die beim Putzen nerven. Das Haus ist ganz offensichtlich von einer Person geplant worden, die nicht selbst saugt (bzw. keinen Staubsaugerroboter hat). Es ist beispielweise ziemlich unnötig, dass die Wand beim Abstellraum unter der Treppe ca. 10 cm nach hinten versetzt ist und es dadurch zwei Ecken mehr gibt, ohne einen sichtbaren Nutzen.

Bei allen Punkten ist es grundsätzlich Meckern auf hohem Niveau, wir sind im Großen und Ganzen sehr zufrieden und am Ende gewöhnt man sich an das meiste. 🙂

Mängelliste bei der Übergabe

Vor 1,5 Wochen wurde uns das Haus von Werner Wohnau offiziell übergeben. Im Vorfeld haben wir das Haus gründlich geputzt, um dabei möglichst viele Macken zu entdecken. Im Rahmen der Übergabe haben wir diese dann zusammen mit unserem Gutachter von der DEKRA und Werner Wohnbau besprochen. Werner Wohnbau hat daraus eine Mängelliste erstellt, die die Gewerke nun Schritt für Schritt abarbeiten. Die Mängel an Türen, Böden, Wänden und der Terrassentür sind sogar schon behoben.

Etwas zusammengefasst standen folgende Punkte auf der Liste (manche davon vorbehaltlich einer Prüfung durch Werner Wohnbau):

  • Viele Macken an den Wänden
  • Fußbodenleisten an vielen Stellen nicht ordentlich ausgeführt (die Fußbodenleisten sind mein kleiner persönlicher Feind)
  • Neben allen Türen fehlte das Acryl auf dem Fliesensockel
  • Viele Macken im Lack am Treppengeländer
  • Eine Steckdose im Dachspitz fehlt
  • OSB-Platten im Dachspitz stark verschmutzt
  • Eine Tür hatte einen gut sichtbaren Lackmangel (wird ausgetauscht)
  • Zwei Lichtschalter wurden falsch positioniert
  • Mehrere Macken im Laminat
  • Waschbecken im Bad im Dachgeschoss sitzt 20 cm zu weit im Raum (das erklärt, warum die geplanten Duschtüren nicht wie gewünscht umgesetzt werden konnten)
  • Silikon am Bodenabschluss wurde zum Teil unsauber ausgeführt
  • Gegensprechanlage im Dachgeschoss funktioniert nicht
  • Die eigentlich anthrazitfarbenen Fugen am Boden im Bad im Obergeschoss sind hell, egal wie viel man schrubbt (eventuell weil der Boden bei den Arbeiten nach Fertigstellung der Fliesen nicht ordentlich abgedeckt wurde)
  • Türschloss vom Terrassenelement fehlt und der Griff wurde nur halb eingebaut, nachdem sich eine Schraube festgefressen hatte
  • Beulen in Rolllädenelementen
  • Kratzer im festen Glaselement der Terrassentür
  • Farbflecken an der Fassade
  • Begrünter Schachtdeckel fehlt
  • Spiegel im Gäste-WC fehlt
  • Türgriff der Haustür innen ist zerkratzt
  • Beschriftung von Sicherungen und Patchfeld fehlen
  • Elektroinstallation in der Garage fehlt komplett

Während der Übergabe hat Werner Wohnbau mögliche Kratzer zunächst immer erst einmal versucht wegzuputzen. Oft hat das funktioniert, bei der Verschmutzung unseres Sicherungskasten hat der Reiniger aber leider das Plastik der Tür angelöst, so dass diese nun auch noch getauscht werden muss.

Wir sind jetzt insbesondere gespannt, wie der Mangel mit dem falsch montierten Waschbecken gelöst wird. Durch die falsche Positionierung ist der Durchgang zwischen Waschbecken und Dusche zur Toilette ziemlich eng.

Umweltbewusstes Bauen

Beim Hausbau kann man auf so vieles achten, dass man gar nicht so richtig weiß, wo man anfangen und aufhören soll. Selbst wenn man mit einem Bauträger wie Werner Wohnbau baut, bei dem man man im Vergleich zu anderen Hausbauprojekten viele Entscheidungen abgibt, ist das so, wenn man ein paar individuelle Details haben möchte.

Jede/r setzt bei diesen Entscheidungen eigene Schwerpunkte, es soll optisch gefallen, praktisch sein, im Budget liegen, regional und/oder unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt sein…

Ein weiterer Bereich, den man bei seinen Entscheidungen auch berücksichtigen kann, ist das umweltfreundliche Bauen. Wir haben da nicht immer dran gedacht und manchmal ist es schlicht nicht möglich. Unterstützung gibt es zum Beispiel in der Broschüre des Umweltbundesamts Umwelt- und gesundheitsverträgliche Bauprodukte. Listen von Bauprodukten, die bestimmte umwelt- und gesundheitsbezogene Kriterien erfüllen, gibt es auf der Homepage des Blauen Engels.

Folgende Erfahrungen zum umweltfreundlichen Bauen mit Werner Wohnbau haben wir bislang gemacht:

  • Wärmedämmverbundsystem: Ich hätte gerne ein WDVS mit Blauem Engel gehabt. Dies war als Sonderwunsch aber leider nicht möglich, da über die komplette Hausreihe hinweg das gleiche System verbaut wird. Ich hätte auch gerne eine andere Fassadenfarbe gehabt, auf der man Grünbeläge nicht so schnell sehen würde, aber so etwas ist leider auch nicht möglich. (Weiß als Außenfarbe ist doch so ziemlich das Unpraktischste, was es gibt…)
  • KfW-Standard: Werner Wohnbau bietet als Sonderwunsch einen KfW-Standard an, ich bin mir aber nicht mehr ganz sicher welchen. Wir haben uns damals nicht dafür entschieden. Laut unserem Verkäufer ist der einzige Unterschied zur Standardausstattung, dass es bei der Lüftungsanlage eine Wärmerückgewinnung gibt. Die Dämmung ist auch im Standard mit 20cm schon sehr gut.
  • Solarthermie: Solche Sonderwünsche bietet Werner Wohnbau nicht an. Da wir mit einem eigenen Blockheizkraftwerk heizen und dort mit dem Kaufvertrag automatisch vertraglich gebunden sind, ist eine andere Art der Wärmeerzeugung nicht sinnvoll möglich.
  • Kamin: Natürlich könnte man einen Kamin einbauen lassen und zumindest im EG mit Holz heizen. Ich hätte aus Gemütlichkeitsgründen gerne einen Kamin gehabt, jedoch wurde uns von der Verbraucherzentrale davon abgeraten, da unser Haus schlicht zu gut gedämmt ist. Es würde deshalb schon nach kurzer Zeit viel zu warm werden.
  • Sanitär: Um die schier überwältigende Auswahl an Produkten einzugrenzen, haben wir hier zunächst auf Regionalität geachtet. Duravit und hansgrohe kommen von hier, da haben wir immer zuerst geschaut. Es sind aber am Ende auch Produkte von Cara und Grohe geworden. Bei den Armaturen haben wir für die Bäder Versionen ausgewählt, die in der Mittelstellung kalt sind. So ist man automatisch weniger verlockt sich die Hände warm zu waschen. Das haben wir von unserer aktuellen (sehr sparsamen) Vermieterin gelernt. 🙂 Ansonsten haben Umweltkriterien aber eine untergeordnete Rolle gespielt. Man hätte die Spülkästen und Duschbrausen auch mit einem Blauen Engel auswählen können, aber da haben wir nicht dran gedacht.
  • Böden: Wir haben die Böden als Sonderwunsch bei Werner Wohnbau beauftragt. Die Firma, bei der wir bemustert haben, arbeitet mit der Firma Meister zusammen, die glücklicherweise Böden im Angebot hat, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind.
  • Wandfarbe: Auch die Wände haben wir bei Werner Wohnbau als Sonderwunsch beauftragt. Das wird von der Firma gemacht, die auch die Böden verlegt. Auch hier ist die Tapete mit dem Blauen Engel ausgezeichnet. Die Innenfarben zwar nicht, sie sind aber laut Hersteller emissionsarm, lösemittel- und weichmacherfrei.
  • Zaun: Wir waren uns lange nicht ganz sicher, was für ein Zaun es wird. Ein Zaun mit Holzschutzmittelanstrich kam für uns aber auf jeden Fall nicht in Frage, deshalb haben wir bei den Holzzäunen immer nach Lärche geschaut.
  • Garten: Der Garten soll im Rahmen des Möglichen und unserer Fähigkeiten insekten- und biodiv-freundlich gestaltet werden und Trockenheit abkönnen. Hier stehen wir aber noch ganz am Anfang… Ideen für Pflanzen werden wir auch bei bio.og recherchieren, dort hat die Stadt Offenburg trockenheitsverträgliche Pflanzen zusammengestellt.
  • Ladeanschluss für ein E-Auto: Haben wir nicht dran gedacht, auch wenn man es für die Zukunft vielleicht hätte gebrauchen können. Andererseits ist die Lage unseres Baugebiets so ideal, dass die Garage vielleicht in der Zukunft eher als Lagerfläche genutzt wird. Der ICE-Bahnhof ist keine 5 Gehminuten entfernt, der ZOB kommt vor die Haustür, zwei Carsharing-Anbieter sind am Bahnhof vertreten. Außerdem haben wir Fahrräder und sind gut zu Fuß. Falls wir doch mal ein Elektroauto haben wollen, ist aber zumindest ein normaler Stromanschluss in der Garage. Da die Garage nach Süden ausgerichtet ist, könnte man vielleicht sogar eine Solaranlage auf dem Dach installieren.

Es gibt bestimmt noch viel mehr Punkte, die man in seine Entscheidungen hätte einbeziehen können. Wenn mir noch mehr einfällt, ergänze ich die Liste. Tipps nehme ich auch gerne in den Kommentaren entgegen. Tatsächlich wird im Haus ja auch noch viel verbaut, das man als Laie gar nicht kennt. Umso erfreuter bin ich immer, wenn ich auf der Baustelle mir unbekannte Baumaterialien entdecke, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind (siehe Bild oben). Ich glaube aber nicht, dass Werner Wohnbau da ein besonderen Schwerpunkt bei der Auswahl drauf legt, dann würden sie bestimmt damit werben. 😉

PS: Es gibt für die Zeit nach der Bauphase auch diese Broschüre vom Umweltbundesamt: Gesund und umweltfreundlich einrichten. 🙂

Da ist das Ding!

Nachdem unser Bauleiter den Brief schon vor einiger Zeit angekündigt hatte, war er gestern dann endlich im Briefkasten: der Brief mit dem Zeitplan bis zur Übergabe und dem Bauschlüssel.

Erfreulich: Ab jetzt können wir jederzeit in unser Haus.

Nicht so erfreulich: Der Zeitplan bis zur Übergabe.

Bei der Reservierung waren wir noch von einem Einzug im Sommer 2020 ausgegangen, seitdem hat sich das Datum immer weiter nach hinten verschoben. Der letzte Stand, der noch keinen Monat alt ist, war, dass wir Ende Mai die Übergabe machen können. Im Brief steht nun als Termin für die Fertigstellung der 30. Juni 2021. Wir sind gespannt, ob Werner Wohnbau diesen Termin am Ende hält.

Der Fahrplan bis zur Übergabe, der vor allem zur Planung der Eigenleistungen verschickt wird, sieht wie folgt aus:

KW 8Aufstellen der Dusch-/Badewannen
KW 14Möglichkeit mit Eigenleistungen (Malerarbeiten und Bodenbelag) zu beginnen
KW 16Montage der Innentüren
KW 17 bis 19Endmontage der Heizkörper, Sanitäreinrichtungen und Elektroabdeckungen
KW 20Montage der Treppenstufen
KW 21Ende der Arbeiten nach derzeitigem Stand
KW 26Ende des Zeitpuffers

Kleines Zwischenfazit

Mit unserem Übergabegespräch im Februar hat ein neuer Abschnitt des Hausbaus angefangen. Bis zu diesem Zeitpunkt war der zuständige Verkäufer unser Ansprechpartner, ab jetzt sind es der Bauleiter und der Mitarbeiter aus dem technischen Innendienst. Zeit für ein Zwischenfazit:

  1. In der ersten Phase der Reservierung habe ich sehr viele Blogs von Leuten gelesen, die auch mit Werner Wohnbau gebaut haben. Aus diesem Grund wusste ich zumindest, worauf wir uns einlassen. Das ist auf jeden Fall sinnvoll, wenn man seine Nerven schonen möchte. Diese Blogs fand ich am besten:
    Bauen mit Werner Wohnbau in Kelsterbach
    Blog Werner Wohnbau
    Reihenhaus von Werner Wohnbau in Bickenbach
    Ein Haus entsteht … irgendwann … eventuell … vielleicht
    WERNER WOHNBAU GROSS-GERAU
    Unser Haus an der Elbe
  2. Es hat sich bislang bestätigt, was einhelliger Tenor der Blogs war: Zeitangaben von Werner Wohnbau stimmen eigentlich nie. Der geplante Einzugstermin hat sich zum Beispiel bislang von Sommer 2020 über November 2020 bis April 2021 verschoben. Ich bin gespannt, wann die Umzugshelfer am Ende wirklich kommen müssen.
  3. Ebenfalls hat sich bislang bestätigt, dass Werner Wohnbau sich nicht durch proaktive Kommunikation auszeichnet.
  4. Bei der Beratung während des Verkaufsprozesses bin ich zwiegespalten. Für kleinere Fragen war der Verkäufer immer sehr hilfsbereit und hat sich auch zweimal mit uns auf der Baustelle des ersten Baubschnitts getroffen, damit wir die Dachfenster im Eckhaus anschauen können. Als es dann aber ernst wurde und wir nach der Beratung durch die Verbraucherzentrale viele Fragen zum Kaufvertrag und der Bau-Leistungsbeschreibung hatten, wurde es ungemütlich. Die Mail mit unseren Fragen (vielen Fragen) führte zu einem wirklich unangenehmen Telefonat. Am Ende hat er sich aber 3 Stunden mit uns hingesetzt und die Fragen beantwortet. Trotzdem hat dies unseren Eindruck von Werner Wohnbau stark geprägt.
  5. Fazit aus dieser Geschichte ist: Man darf nicht erwarten, dass Werner Wohnbau etwas am Kaufvertrag oder der Bau-Leistungsbeschreibung ändern würde. Entweder so oder gar nicht, da gibt es keinen Verhandlungsspielraum.
  6. Wie eben erwähnt, waren wir bei der Verbraucherzentrale und haben die Bau-Leistungsbeschreibung von einem Architekten prüfen lassen. Dessen Fazit lautete, dass er eine so schlechte Bau-Leistungsbeschreibung lange nicht mehr gesehen hat. Andererseits sind aber sehr gute Fenster und Haustüren verbaut. Es fehlen viele Detailangaben, so dass man keine schriftliche Handhabe hat, wenn etwas nicht gemacht wird. Die Antwort des Verkäufers auf unsere Fragen nach den Details war übrigens, dass wir doch bitte ein bisschen Vertrauen in Werner Wohnbau haben sollten. Vielleicht bin ich da speziell, aber bei diesen Summen agiere ich eigentlich nicht mehr nur auf Vertrauensbasis…
  7. Das größte Manko laut Verbraucherzentrale ist die Wärmeversorgung durch das BHKW. Diese sind zwar grundsätzlich effizient und gut, aber wir sind 20 Jahre lang an einen Vertrag gebunden und haben keine Alternative, weil wir keinen Heizungsraum/-keller haben.
  8. Beim Übergabegespräch mit dem Bauleiter und dem technischen Innendienst fühlten wir uns gut beraten. Unsere Sonderwünsche wurden professionell mit uns durchgesprochen und hinsichtlich Machbarkeit bewertet. Nicht alles war dabei umsetzbar. Da wir diese Einschätzungen von Werner Wohnbau nicht bewerten konnten, haben wir sie akzeptiert. Sicherlich hätte man mehr ändern können, wenn man z.B. selbst noch einen Architekten eingeschaltet hätte.
  9. Für uns stand von Anfang an fest, dass wir eine Baubegleitung durch unabhängige Gutachter beauftragen würden. Laut dem Verkäufer würde Werner Wohnbau sich über so einen Gutachter auch freuen, weil dann Fehler im Bauverlauf früher auffallen und behoben werden können. Wir haben uns für die Dekra entschieden und der erste Termin steht für die Begutachtung der Bodenplatte an. Dabei darf noch nicht betoniert worden sein, weil man dann natürlich nichts mehr sieht. Hier zeigt sich nun, wie kooperativ Werner Wohnbau tatsächlich bei diesem Thema ist. Die Bitte der Dekra, sich zu melden, wenn der Baustand eine Begutachtung erlaubt, hat Werner Wohnbau schon im Übergabegespräch abgelehnt. Da müsse sich die Dekra schon selbst bei Werner Wohnbau melden. Nun ist es für Außenstehende natürlich schwierig zu wissen, an welchem Tag das Betonieren beginnt. Wir versuchen die fehlende Kooperation von Werner Wohnbau abzufangen, in dem wir täglich an der Baustelle vorbeigehen und ab und zu Fotos an die Dekra schicken. Ich frage mich allerdings was Leute machen, die nicht direkt an der Baustelle wohnen.
  10. Der Kontakt mit dem technischen Innendienst von Werner Wohnbau, mit dem man die Sonderwünsche usw. bespricht, ist bislang sehr nett und hilfreich.

Was denke ich nun nach den ersten 16 Monaten mit Werner Wohnbau?

Ich würde mich immer noch für den Kauf entscheiden. Die Lage ist für uns einfach zu gut, um nicht dort zu bauen. Wenn man mit dem Gedanken spielt, mit Werner Wohnbau zu bauen, sollte man sich aber darüber im Klaren sein, auf was man sich einlässt (Zeitangaben, Kommunikation…). Zeitdruck darf man auf jeden Fall nicht haben.