Vor sechs Jahren…

So ist es wohl, wenn man länger zusammen ist: Mal vergisst man einen Jahrestag ganz, mal ist man zu spät dran. Zum fünften Jahrestag unserer Reservierung gab es keinen Post und der Post zum sechsten kommt etwas zu spät… Dafür gibt’s wenigstens Blumen:

An den Häusern hat sich in den letzten zwei Jahren nicht mehr viel getan, dafür hat sich der Außenbereich umso mehr verändert. Neben unseren Häusern hat die Stadt einen kleinen Park angelegt, in dem im Sommer die Wiese schon sehr schön geblüht hat und auch auf der Gemeinschaftsfläche summt und brummt es zwischen den Blumen.

Von der anderen Seite – also neben unserem Haus – ist das advita-Haus fertiggstellt und zum Teil bezogen.

Bei uns im Haus sind keine größeren Projekte mehr offen, als Wohnungseigentümergemeinschaft steht hingegen immer noch das große Projekt Photovoltaik an. Da Werner Wohnbau leider keinerlei Vorbereitungen dafür getroffen hat, ist das Vorhaben enorm komplex. (Was auch daran zu erkennen ist, dass ich den Text zu diesem Thema aus dem Jahresrückblick 2022 unverändert hätte übernehmen können.) Es scheint nun aber in kleinen Schritten voran zu gehen, so dass im nächsten Jahr hoffentlich endlich Neues zu berichten ist.

Viel getan hat sich in unserem Garten, der mittlerweile einigen Vögeln und Insekten Anlaufstellen bietet. Ganz fertig ist er natürlich nie, für das nächste Jahr haben wir uns vorgenommen noch einen Sitzplatz im Schatten zu schaffen. Im Sommer ist es unter dem Terrassendach meistens viel zu heiß.

Ein Reihenhaus entsteht

Über die Bauphase hinweg habe ich den Baufortschritt immer wieder festgehalten – möglichst immer von der gleichen Position. (Wenn nicht gerade etwas im Weg stand.)

Hier entsteht unser Haus und die davor liegenden Garagen und Carports:

Und hier sieht man von der anderen Seite, wie die komplette Reihe entsteht:

Hätte, hätte – Fahradkette: Elektro

Plane viele Steckdosen ein – haben sie gesagt. Du kannst nie genug Steckdosen haben – haben sie gesagt. Und sie hatten recht. Und obwohl wir die Standard-Elektroplanung von Werner Wohnbau schon massiv erweitert haben, fehlen uns trotzdem Steckdosen und Lichtschalter. Nachrüsten ist in dieser Bauweise schwierig, weil die Kabel alle in den hohlen KS-Steinen verlegt werden und sobald eine Decke auf einem Stockwerk ist, man dort nicht mehr drankommt. Schlitzen in tragenden Wänden geht deshalb aus statischen Gründen wohl nicht. Damit das anderen vielleicht nicht passiert, habe ich in diesen Plänen in Rot eingetragen, was wir alles gerne zusätzlich oder anders gehabt hätten (Arten der Lichtschaltung sind nicht korrekt dargestellt).

Wenn man die Standard-Ausstattung der Häuser kennt, sieht man, dass wir schon deutlich aufgerüstet haben, insbesondere bei den LAN-Dosen. Mindestens eine LAN-Dose pro Stockwerk sollte man aus meiner Sicht mindestens planen, WLAN schafft es nicht wirklich durch eine Betondecke, geschweige denn durch zwei Decken. Unsere zusätzliche Elektroausstattung in der Übersicht:

  • 4 x Steckdose 1-fach
  • 6 x Steckdose 2-fach
  • 1 x Erweiterung Doppel- zu Dreifachsteckdose
  • 4 x Steckdose 3-fach
  • 3 x Netzwerkdose 1-fach
  • 6 x Netzwerkdose 2-fach
  • 1 x Patch
  • Eigener Stromkreis für Multimediaverteiler
  • 2 x Elektroanschluss für Haushaltsgeräte
  • 7 x Rauchmelder
  • zusätzlich zur Standard-Sonderwunsch-Elektroausstattung in der Garage: zusätzliche Lampe hinten, 2x Dreifachsteckdosen

Trotzdem vermissen wir an verschiedenen Stellen Steckdosen und Schalter. Teils haben wir Zimmer anders eingerichtet als geplant, teils haben wir gedacht, dass die Anzahl und Lage der Lichtschalter schon reichen wird. Klar, man kann einiges mit Mehrfachsteckdosen und Philips Hue Lampen kompensieren – ist aber ärgerlich, wenn man gerade neu gebaut hat. Im Nachhinein würden wir uns nicht mehr an unserem vermuteten Bedarf orientieren, sondern konsequent in allen Ecken und an langen Wänden auch mittig Steckdosen platzieren. Lichtschalter würden wir insbesondere für die Flure im OG und DG neben jeder Tür des Flurs platzieren und jedes Flurlicht auch im darüber- und darunterliegenden Stockwerk schaltbar machen. Sonst steht man zu oft oben und hat mal wieder unten vergessen das Licht auszuschalten…

Work in progress: Gully-Gate

Als im Laufe der Bauzeit die Baustelle endlich von Müll befreit wurde, wurden wir damals von einem Gully in unserem Garten überrascht. Wir haben uns vor allem darüber geärgert, dass Werner Wohnbau uns nie darüber informiert hat und haben dann gemeinsam mit unserem Bauleiter eine Lösung gesucht. Am Ende wurde der Beton-Gully gegen einen „begrünbaren“ Deckel ausgetauscht, in den die Gartenbauer ein Viereck aus Kunstrasen gelegt haben. Das war nicht das Grün, das wir uns vorgestellt hatten… Im Frühjahr haben wir den Metallkasten, der eigentlich eher für Pflaster gedacht ist, mit normaler Erde gefüllt und Rasen gesät. Im Frühjahr sah das noch gut aus, aber sobald es etwas trockener wurde, war alles im Deckel sehr schnell vertrocknet und wir hatten ein braunes Quadrat im Garten. Im Hochsommer passte das dann wieder gut zu unserem vertrockneten Rasen, aber während der sich schnell wieder erholte, blieb der Deckel braun.

Wir haben im Sommer deshalb die normale Erde aus dem Deckel entfernt und ihn stattdessen mit Substrat zur Dachbegrünung befüllt. Dieses hat eine deutlich höhere Wasserspeicherkapazität als normale Erde. Darauf haben wir dann eine Mischung aus niedrig wachsenden Sedum-Arten verteilt, die eigentlich zur Begrünung von Fugen verkauft werden und etwas trittfest sind.

Das war Ende Juli, danach haben wir fleißig gegossen, damit die Sprossen gut anwachsen. Im nächsten Sommer wird sich dann zeigen, ob das Sedum die harten Bedingungen im Deckel besser aushält.

Vor vier Jahren…

Jetzt ist es schon vier Jahre her, dass wir die Reservierung für unser Reihenhaus unterschrieben haben.

Während man im ersten Jahr in unserem Bauabschnitt keine Bauaktivitäten beobachten konnte, stand dort nach zwei Jahren hinter einer Unkraut-Wand immerhin ein Rohbau. Drei Jahre später waren wir endlich eingezogen. Vor einem Jahr wurde der Blick von der Straße auf unsere fertige Reihe schon durch die riesige Baustelle von dem Haus verdeckt, das uns später von der Straße und den Schienen abschirmen soll. Dieser Bau schreitet voran und nach über einem Jahr, das wir nun schon direkt neben einer riesigen Baustelle wohnen, sehnen wir den Zeitpunkt herbei, wenn der Baulärm und -dreck endlich endet. Angeblich soll dies Anfang nächsten Jahres der Fall sein. Wer also nach einem Alterswohnsitz sucht und uns in den Garten schauen möchte, wird vielleicht hier fündig: https://www.advita.de/standorte/offenburg/advita-haus-offenburg. 🙂

Von der anderen Seite aus betrachtet sieht man die Fortschritte ebenfalls deutlich. Innerhalb von zwei Jahren sind auf dieser Fläche drei Hausreihen entstanden. Seit dem letzten Jahr sind nun auch die Carports dazugekommen.

Im Bereich des ersten Bauabschnitts ist schon länger nicht mehr viel Veränderung zu sehen, auch wenn das nicht bedeutet, dass sich dort nichts mehr tut. Insbesondere an der Technikzentrale unter den Garagen, wo sich unser Blockheizkraftwerk befindet, hatten wir noch einige Aktivitäten, um die Lärmbelastung zu senken.

Die Straßenansicht hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert. Direkt an der Straße steht nun (fast fertig) das Gebäude mit Seniorenwohnungen und Pflegediensten und das Hotel am Ende der Straße ist bereits seit über einem Jahr in Betrieb (und getestet und für gut befunden).

Bei uns im Haus sind keine größeren Projekte mehr offen, wir bauen gerade einen offenen Fahrradunterstand vor dem Küchenfenster und wollen im nächsten Jahr noch mehr blühende Vielfalt in den Garten bringen (außer Klee, den haben wir schon genug).

Als Wohnungseigentümergemeinschaft stehen hingegen noch große Projekte an. Wir möchten zum einen gerne Photovoltaik auf die Dächer bringen. Da Werner Wohnbau leider keinerlei Vorbereitungen dafür getroffen hat, ist das Vorhaben enorm komplex. Zum anderen treibt uns noch die Gestaltung der drei Gemeinschaftsflächen um, die sich auf dem Gelände befinden. Diese müssen wir selbst bepflanzen und (viel problematischer!) pflegen. In diesem Jahr hat die gerechte Lastenverteilung leider noch nicht gut geklappt, wir hoffen auf mehr Engagement im nächsten Jahr. Zudem sollte sich der Pflegeaufwand in der Zukunft deutlich reduzieren, wenn erst einmal alles bepflanzt ist und Wildkräuter sich nicht mehr ungehindert ausbreiten können.

Dach überm Kopf

Rechtzeitig zu Beginn der Wochen mit Temperaturen über 30 Grad haben wir Mitte Juni unser Terrassendach bekommen, über das wir bereits 2020 seeeehr viel nachgedacht haben. Am Ende sind wir dann doch nach der Optik gegangen und haben uns für eine innenliegende Statik entschieden. Das ist auch völlig in Ordnung, man hat nicht das gefühl, dass die Dachhöhe zu niedrig sei. Das Dach hat eine Unterglas-Markise und ist 3 x 4,5 m groß. Wir haben uns für LED-Spots in dem Sparren entschieden, da wir die Markise an den einzigen Lichtauslass auf der Terrasse anschließen mussten. Wir haben leider nicht daran gedacht, einen extra Stromanschluss für die Markise zu beauftragen und weil wir keine elektrischen Rollläden haben, konnte man ihn nicht mehr nachrüsten. Man kann die Markise auch an die Außensteckdose anschließen, aber dann hat man eine ziemlich lange Kabelleiste an der Wand. An den richtig heißen Sommertagen ist es auch mit der Markise manchmal nachmittags und abends zu warm gewesen, um draußen zu sitzen, aber bei normalen Sommertemperaturen bis 30 Grad und natürlich auch bei Regen ist die Terrasse nun super nutzbar.

Bei dem Dach wäre der Regenauslauf eigentlich am Fuß des Pfostens, wir haben ihn aber auf 1,3 m Höhe setzen lassen, damit wir eine Regentonne anschließen können. So können wir zumindest ein bisschen Regenwasser zur Bewässerung nutzen. Wenn es dann mal ordentlich geregnet hat und es gleichzeitig windig war, ist auch die Terrasse trotz Dach komplett nass gewesen. Wenn es nur leicht regnet, wird es nur am Rand etwas nass.

Nach der Montage des Dachs waren wir etwas erstaunt, wie oft die Sonne trotzdem noch an den Seiten auf die Terrasse scheint und die Markise keinen Schatten bringt. Aus diesem Grund haben wir eine Klemmstange mit einem Vorhang oberhalb der Terrassentrennwand angebracht, die bei Bedarf etwas mehr Schatten spendet.

Da in den Kommentaren die Frage aufkam, wie unsere gesondert beauftrage zweite Terrassentrennwand montiert wurde: Sie steht auf Betonfundamenten unterhalb der Randsteine zu den Garagen.

Terrassentrennwand

Pflanzarbeiten

Jetzt im Frühjahr wurden die Carportdächer fertiggestellt und bepflanzt. Bei den Garagendächern war dies schon im letzten Jahr der Fall und es ist schon einiges gewachsen. Im selben Zug wurden auch die Blechner-Arbeiten ausgeführt und wir haben nun tatsächlich die fehlende Abdichtung zwischen Giebelwand und Garagen.

Auch wir waren schon fleißig und haben in einer Gemeinschaftsaktion nach der Genehmigung durch die WEG-Versammlung die ersten Pflanzen auf die Gemeinschaftsflächen gepflanzt. Neben unserem Garten stehen nun eine Buche, eine Kornelkirsche, eine Eberesche, Holunder und Schlehe – anspruchslos und insektenfreundlich. Auf diese Fläche kommen neben weiteren Pflanzen noch Baumstämme zum Sitzen, auf unsere zweite größere Gemeinschaftsfläche kommt ein Sandkasten.

Erste Pflanzen auf der Gemeinschaftsfläche

Abnahme der Außenanlagen

Die Außenanlagen sind mittlerweile einigermaßen fertiggestellt, im Herbst haben auch endlich unsere Mülltonnen eine Heimat gefunden, die bis dahin immer über die Baustelle gewandert sind.

Zwischen Weihnachten und Silvester hat Werner Wohnbau relativ spontan zur Abnahme der Gemeinschaftsflächen und der Technikzentrale gerufen. In der Technikzentrale befindet sich unser Blockheizkraftwerk, das uns und die Wohnungen nebenan mit Wärme versorgt.

Bei der Technikzentrale läuft derzeit noch nicht alles ganz rund, aber Werner Wohnbau arbeitet daran die Geräuschemissionen in den Griff zu bekommen und die anderen Mängel zu beheben. Ansonsten sind die Mägel überschaubar, die Carports sind noch nicht fertig und begrünt und die Abdichtung zwischen den Garagen und der Giebelwand fehlt auch noch. All das soll im Frühjahr erledigt werden. Diese Woche erfolgt dann auch die Abnahe durch die Stadt.

Drumherum geht es auch gut voran, da wo vor einem Jahr noch eine tiefe Baugrube war, stehen nun 5 Stockwerke.

Was wir gelernt haben – Draußen II

Nach den Beiträgen, was wir alles bei der Planung des Innenausbaus und der theoretischen Gartenplanung gelernt haben, folgt nun ein Beitrag zu unseren Erfahrungen bei der praktischen Umsetzung.

Bodenqualität:

Als unser Garten mit Mutterboden aufgefüllt wurde, waren wir etwas entsetzt, was für eine Qualität der Boden hatte. Fruchtbaren Mutterboden hatten wir uns anders vorgestellt. Wir haben dann allerdings festgestellt, dass es keine Definition für Mutterboden gibt (z.B. Mindestmaß an Humusgehalt), so dass wir keine Handhabe dagegen hatten. Wenn man sichergehen will, dass man vernünftigen Boden bekommt, dann muss man sich genau den Boden, den man bekommen soll, vor der Lieferung anschauen.

Erschwerend kommt hinzu, dass wir bei uns sehr schweren Lehmboden haben. Zudem stand in unserem Garten in der Bauphase der Kran und Kranplätze müssen verdichtet werden. Dementsprechend kommt nach ca. 40 cm eine Bodenschicht, die hart wie Beton ist. Die Gartenbaufirmen, die sich bislang an verschiedenen Gärten versucht haben, verwendeten für Löcher Abbruchhammer. Aus Erfahrung können wir sagen, dass dies vermutlich wirklich die einzige Chance ist, wie man tiefere Löcher in den Boden bekommt. Verbunden mit dem Lehmboden ist auch eine nicht unerhebliche Staunässe. Wir sind also auf der Suche nach Pflanzen, die einerseits die heißen Sommer in der Rheinebene aushalten, aber gleichzeitig auch wochenlang sumpfige Verhältnisse abkönnen. Um den Boden zumindest längerfristig etwas aufzulockern, haben wir im Herbst die erste Ladung Sand (ca. 400kg) auf dem Rasen verteilt.

Versiegelung:

Die Fläche, die versiegelt werden darf, wird durch den Bebauungsplan geregelt. Diese Fläche muss zwischen allen Eigentumsparteien des Flurgrundstücks gerecht aufgeteilt werden, was bei 46 Parteien ziemlich unübersichtlich ist. Was genau als versiegelt zählt, legt die Gemeinde fest, je nach Befestigungsart zählen manche Flächen auch nur als „halb versiegelt“ und werden mit einem entsprechenden Faktor mulipliziert. In Offenburg werden beispielsweise Flächen mit Rasengittersteinen oder Kiesflächen mit dem Faktor 0,4 multipliziert. Der Anschluss an die Kanalisation spielt auch eine Rolle. Nach meinem Geschmack hätte Werner Wohnbau auf den Gemeinschaftsflächen gerne noch ein bisschen Versiegelung einsparen können. So hätten beispielsweise die wenig befahrenen Flächen vor den Garagen mit Rasengittersteinen gepflastert werden können. Eine schöne Übersicht zu den Möglichkeiten hat die Stadt Siegen in der Broschüre „Versickern statt Versiegeln“ erarbeitet.

Rasen:

Wir haben in unserem Garten Rasen säen lassen. Das ist deutlich günstiger als Rollrasen und hat den Vorteil, dass man keine Rasen-Monokultur hat, sondern etwas mehr pflanzliche Vielfalt. Im Garten erstmal gar nichts zu machen war für uns keine Option, da sich die Wildkräuter dann ungehemmt durchsetzen und nur schwer unter Kontrolle zu bringen sind.

Terrassentrennwand:

Bekanntermaßen verkauft Werner Wohnbau die Häuser mit nur einer Terrassentrennwand, d.h. jede zweite Trennwand muss von den Eigentumsparteien selbst organisiert und finanziert werden. Uns hat die Standardwand von Werner Wohnbau gut gefallen, da durch die Milchglasscheibe viel Licht fällt. Wir haben sie deshalb auch für unsere andere Terrassenseite in Richtung der Garagen bestellt.

Terrassenfugen:

Unsere Terrassenfugen waren ziemlich leer und so haben wir die Gelegenheit genutzt und Fugensand eingefegt, der das Wachstum von Pflanzen verhindert. Nun hoffen wir, dass der Fugenkratzer lange im Schrank bleiben kann.

Stromanschluss für Markise:

Wir haben nicht rechtzeitig darüber nachgedacht, dass ein Terrassendach bzw. die dazugehörige Markise u.U. einen Stromanschluss benötigen würden. Als uns das aufgefallen ist, war es leider schon zu spät und der Anschluss konnte nicht mehr nachgerüstet werden. Das geht nachträglich nur noch, wenn man elektrische Rollläden an der Terrassentür hat, was wir (leider) nicht haben. Aber vielleicht kann man den Lichtauslass ja dafür verwenden.

Wasseranschluss Vorgarten:

Was wir auch nicht gemacht haben, ist ein Wasseranschluss draußen für den Vorgarten. Das stört uns nicht, da wir nicht planen unsere Pflanzen dort nach der Anwachsphase zu gießen. Falls man seinen Vorgarten allerdings nicht als „Garten ohne Gießen“ gestalten möchte, ist ein Wasseranschluss an der Vorderseite des Hauses zu empfehlen, sonst muss man das Wasser immer mit der Gießkanne aus dem Gäste-WC oder der Küche holen.

Gegensprechanlage:

Wir haben uns nicht weiter mit unserer Gegensprechanlage beschäftigt, sondern einfach den Standard genommen, den Werner Wohnbau im Programm hat. Dieses Modell hat den großen Nachteil, dass es dauerhaft beleuchtet ist und man diese Beleuchtung offensichtlich auch nicht abklemmen kann. Dauerhaftes Licht im Außenbereich wollten wir eigentlich auf keinen Fall, aber das lässt sich jetzt nur noch mit größerem Aufwand ändern.

Gemeinschaftsflächen:

Die Gemeinschaftsflächen gestaltet die WEG völlig frei. Werner Wohnbau hat uns diese netterweise noch mit Boden auffüllen lassen und nun müssen wir in der nächsten WEG-Versammlung festlegen, was damit passieren soll. Über die Fläche, die direkt an unseren Garten grenzt, führt bis zum Abschluss der Bauarbeiten des vor uns liegenden Mehrfamilienhauses noch eine Behelfsstraße, ganz endgültig werden wir die Fläche deshalb erst in einem Jahr gestalten können. Bislang dachten wir, dass wir zwei Gemeinschaftsflächen gestalten müssten, bei der Übergabe der Außenanlagen kam heraus, dass es sogar drei Flächen sind.

Gemeinschaftsfläche neben unserem Garten

Plissees:

Damit man nicht mehr so einfach von draußen reinschauen kann, haben wir nun an allen Fenstern Plissees installieren lassen. Endlich muss man nicht mehr gleich die Rollläden runterlassen, wenn man etwas mehr Privatsphäre möchte. An den festen unteren Glaselementen haben wir auf Empfehlung der Firma keine Mini-Plissees genommen, sondern sie einfach mit Milchglasfolie blickdicht gemacht.

To be continued…

Was wir gelernt haben – Draußen I

Nach dem Beitrag, was wir alles beim Hausbau über die Innenraumgestaltung gelernt haben, folgen nun die theoretischen Lektionen, die wir bei der Außenplanung gelernt haben. Wir haben im Laufe der Zeit gemerkt, dass es da einige rechtliche/vertragliche Fallstricke gibt, die einem die Planung schwer machen können. Ich habe diese in diesem Beitrag nach besten Wissen und Gewissen aufgeschrieben, aber alle Angaben sind ohne Gewähr. 🙂

Zunächst einmal die Anforderungen, die sich aus dem Bebauungsplan ergeben: Grundsätzlich definiert der Bebauungsplan, wenn es denn einen gibt, die grundlegenden Anforderungen an das Baugebiet. Der Bebauungsplan für unser Gebiet stand zum Download auf der Homepage der Stadt Offenburg zur Verfügung. Für uns als Käufer eines bereits fertig geplanten Reihenhauses waren relevant:

  • Die Grundflächenzahl: Diese Zahl besagt, welcher Anteil der Fläche eines Grundstückes überbaut werden darf. Dazu gehört nicht nur das Haus, sondern auch alle anderen Flächen, die versiegelt werden. Und da fangen die Schwierigkeiten an. Denn die Grundflächenzahl gilt für das gesamte Flurstück, auf dem die 46 Reihenhäuser unserer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) stehen. Also muss man die nach dem Hausbau noch verfügbare Fläche an möglichen Versiegelungen (Terrassenvergößerungen, Fahrradgaragen, Gartenhäuser, Gartenwege…) gerecht zwischen allen Eigentümern aufteilen.
  • Baugrenze: Die Baugrenzen im Bebauungsplan definieren welcher Bereich überhaupt bebaut werden darf. Wir haben diese lange nicht beachtet, nach unserem Verständnis hatten wir damit nichts zu tun. Geplant und gebaut hat schließlich Werner Wohnbau. Kurz bevor wir unser Terrassendach beauftragen wollten, wurde uns dann allerdings klar, dass ein Terrassendach, das direkt an das Haus anschließt, auch nur innerhalb der Baugrenze installiert werden darf. Damit haben wir die Terrassendachinstallation erstmal verschoben, da wir dafür als gesamte WEG einen Antrag auf Ausnahme vom Bebauungsplan beim Bauamt stellen müssen.
  • Flächen für Nebenanlagen: Hinter dem Begriff „Nebenanlagen“ kann sich vieles verbergen, ganz genau definiert ist der Begriff leider nicht. Es zählen aber wohl zum Beispiel Gartenhäuser, selbstständige Überdachungen (z.B. Pergola) oder Gewächshäuser dazu. In unserem Bebauungsplan sind Nebenanlagen nur innerhalb der überbaubaren Grundstücksflächen, sprich innerhalb der Baugrenzen, erlaubt. Da stehen aber schon unsere Häuser, deshalb müssen wir für Gartenhäuser oder Fahrradgaragen eine Abweichung vom Bebauungsplan beantragen.
  • Im Bebauungsplan stehen auch Anforderungen an die Einfriedungen: Maschendrahtzäune sowie sonstige Stahlkonstruktionen zur Einfriedigung dürfen nur in Verbindung mit einer Vor- oder Hinterpflanzung verwendet werden, Stacheldraht ist verboten. (Schade, so ein Gartenzaun aus Nato-Draht wäre doch äußerst idyllisch. ;-)) Da Einfriedungen laut der Wikipedia-Definition aber an oder auf Grundstücksgrenzen stehen, bin ich mir gar nicht so sicher, ob die Auflage auch für die Gartenzäune der Reihenhäuser gilt. Die Zäune stehen schließlich fast alle auf Sondereigentumsgrenzen innerhalb eines Flurstücks und nicht auf der Grundstücksgrenze.

So ein Bebauungsplan ist für Laien gar nicht so leicht zu verstehen und vom Bauamt bekommt man nur hilfreiche Antworten, wenn man die richtigen Fragen stellt. So wollten wir z.B. herausfinden, ob wir ein Terrassendach anbauen dürfen und fragten beim Bauamt, ob wir dafür eine Baugenehmigung bräuchten. Die Antwort war: Nein, bis 30 m² ist ein Terrassendach in B-W nicht genehmigungspflichtig. Prima, dachten wir und waren kurz davor, den Auftrag zu unterschreiben. Bis uns jemand darauf hinwies, dass die definierte Baugrenze uns im Weg stehen würde (s.o.). Durch die falsch formulierte Frage an das Bauamt wähnten wir uns also in falscher Sicherheit.

Neben dem Bebauungsplan limitiert auch die Teilungserklärung unserer Wohnungseigentümergemeinschaft den Gestaltungsspielraum:

  • Einfriedungen jeglicher Art dürfen bei uns nicht höher als 1,25 m sein, höhere Einfriedungen bedürfen der Zustimmung der Eigentümergemeinschaft. Dies wird ein Thema unserer nächsten WEG-Versammlung sein.
  • Auf den Sondernutzungsrechten muss man der gemeinschaftlichen Versorgung dienende Leitungen o.ä. dulden. Deshalb hatten wir einen unangekündigten Gulli im Garten.
  • Markisen, Gartenhäuser u.ä. darf man bei uns ohne Zustimmung anbauen, solange man dafür eine baurechtliche Genehmigung hat (s.o.).

Was wir in der Praxis gelernt haben, folgt in einem weiteren Post.