Beim Hausbau kann man auf so vieles achten, dass man gar nicht so richtig weiß, wo man anfangen und aufhören soll. Selbst wenn man mit einem Bauträger wie Werner Wohnbau baut, bei dem man man im Vergleich zu anderen Hausbauprojekten viele Entscheidungen abgibt, ist das so, wenn man ein paar individuelle Details haben möchte.
Jede/r setzt bei diesen Entscheidungen eigene Schwerpunkte, es soll optisch gefallen, praktisch sein, im Budget liegen, regional und/oder unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt sein…

Ein weiterer Bereich, den man bei seinen Entscheidungen auch berücksichtigen kann, ist das umweltfreundliche Bauen. Wir haben da nicht immer dran gedacht und manchmal ist es schlicht nicht möglich. Unterstützung gibt es zum Beispiel in der Broschüre des Umweltbundesamts Umwelt- und gesundheitsverträgliche Bauprodukte. Listen von Bauprodukten, die bestimmte umwelt- und gesundheitsbezogene Kriterien erfüllen, gibt es auf der Homepage des Blauen Engels.
Folgende Erfahrungen zum umweltfreundlichen Bauen mit Werner Wohnbau haben wir bislang gemacht:
- Wärmedämmverbundsystem: Ich hätte gerne ein WDVS mit Blauem Engel gehabt. Dies war als Sonderwunsch aber leider nicht möglich, da über die komplette Hausreihe hinweg das gleiche System verbaut wird. Ich hätte auch gerne eine andere Fassadenfarbe gehabt, auf der man Grünbeläge nicht so schnell sehen würde, aber so etwas ist leider auch nicht möglich. (Weiß als Außenfarbe ist doch so ziemlich das Unpraktischste, was es gibt…)
- KfW-Standard: Werner Wohnbau bietet als Sonderwunsch einen KfW-Standard an, ich bin mir aber nicht mehr ganz sicher welchen. Wir haben uns damals nicht dafür entschieden. Laut unserem Verkäufer ist der einzige Unterschied zur Standardausstattung, dass es bei der Lüftungsanlage eine Wärmerückgewinnung gibt. Die Dämmung ist auch im Standard mit 20cm schon sehr gut.
- Solarthermie: Solche Sonderwünsche bietet Werner Wohnbau nicht an. Da wir mit einem eigenen Blockheizkraftwerk heizen und dort mit dem Kaufvertrag automatisch vertraglich gebunden sind, ist eine andere Art der Wärmeerzeugung nicht sinnvoll möglich.
- Kamin: Natürlich könnte man einen Kamin einbauen lassen und zumindest im EG mit Holz heizen. Ich hätte aus Gemütlichkeitsgründen gerne einen Kamin gehabt, jedoch wurde uns von der Verbraucherzentrale davon abgeraten, da unser Haus schlicht zu gut gedämmt ist. Es würde deshalb schon nach kurzer Zeit viel zu warm werden.
- Sanitär: Um die schier überwältigende Auswahl an Produkten einzugrenzen, haben wir hier zunächst auf Regionalität geachtet. Duravit und hansgrohe kommen von hier, da haben wir immer zuerst geschaut. Es sind aber am Ende auch Produkte von Cara und Grohe geworden. Bei den Armaturen haben wir für die Bäder Versionen ausgewählt, die in der Mittelstellung kalt sind. So ist man automatisch weniger verlockt sich die Hände warm zu waschen. Das haben wir von unserer aktuellen (sehr sparsamen) Vermieterin gelernt. 🙂 Ansonsten haben Umweltkriterien aber eine untergeordnete Rolle gespielt. Man hätte die Spülkästen und Duschbrausen auch mit einem Blauen Engel auswählen können, aber da haben wir nicht dran gedacht.
- Böden: Wir haben die Böden als Sonderwunsch bei Werner Wohnbau beauftragt. Die Firma, bei der wir bemustert haben, arbeitet mit der Firma Meister zusammen, die glücklicherweise Böden im Angebot hat, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind.
- Wandfarbe: Auch die Wände haben wir bei Werner Wohnbau als Sonderwunsch beauftragt. Das wird von der Firma gemacht, die auch die Böden verlegt. Auch hier ist die Tapete mit dem Blauen Engel ausgezeichnet. Die Innenfarben zwar nicht, sie sind aber laut Hersteller emissionsarm, lösemittel- und weichmacherfrei.
- Zaun: Wir waren uns lange nicht ganz sicher, was für ein Zaun es wird. Ein Zaun mit Holzschutzmittelanstrich kam für uns aber auf jeden Fall nicht in Frage, deshalb haben wir bei den Holzzäunen immer nach Lärche geschaut.
- Garten: Der Garten soll im Rahmen des Möglichen und unserer Fähigkeiten insekten- und biodiv-freundlich gestaltet werden und Trockenheit abkönnen. Hier stehen wir aber noch ganz am Anfang… Ideen für Pflanzen werden wir auch bei bio.og recherchieren, dort hat die Stadt Offenburg trockenheitsverträgliche Pflanzen zusammengestellt.
- Ladeanschluss für ein E-Auto: Haben wir nicht dran gedacht, auch wenn man es für die Zukunft vielleicht hätte gebrauchen können. Andererseits ist die Lage unseres Baugebiets so ideal, dass die Garage vielleicht in der Zukunft eher als Lagerfläche genutzt wird. Der ICE-Bahnhof ist keine 5 Gehminuten entfernt, der ZOB kommt vor die Haustür, zwei Carsharing-Anbieter sind am Bahnhof vertreten. Außerdem haben wir Fahrräder und sind gut zu Fuß. Falls wir doch mal ein Elektroauto haben wollen, ist aber zumindest ein normaler Stromanschluss in der Garage. Da die Garage nach Süden ausgerichtet ist, könnte man vielleicht sogar eine Solaranlage auf dem Dach installieren.
Es gibt bestimmt noch viel mehr Punkte, die man in seine Entscheidungen hätte einbeziehen können. Wenn mir noch mehr einfällt, ergänze ich die Liste. Tipps nehme ich auch gerne in den Kommentaren entgegen. Tatsächlich wird im Haus ja auch noch viel verbaut, das man als Laie gar nicht kennt. Umso erfreuter bin ich immer, wenn ich auf der Baustelle mir unbekannte Baumaterialien entdecke, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind (siehe Bild oben). Ich glaube aber nicht, dass Werner Wohnbau da ein besonderen Schwerpunkt bei der Auswahl drauf legt, dann würden sie bestimmt damit werben. 😉
PS: Es gibt für die Zeit nach der Bauphase auch diese Broschüre vom Umweltbundesamt: Gesund und umweltfreundlich einrichten. 🙂






































